Unterwegs gegessen: Zum Rad, Frankfurt am Main

Bei einem Familien-Ausflug ist es natürlich immer schön, wenn man auf die Erfahrung eines Einheimischen zurückgreifen kann. Meine Tochter hat sich in dieses urtümliche Lokal regelrecht verliebt und nun verstehe ich auch warum. Als es darum ging ein Restaurant für den Abend zu suchen, schlug sie es gleich vor und wir reservierten wohlweislich einen Tisch.

Ich möchte es nicht ganz ausschließen, aber hier findet man wirklich kaum Touristen, wie z.B. in Sachsenhausen und traditionelle Küche aus Frankfurt.

Wir statteten der Apfelwein-Wirtschaft Zum Rad in Frankfurt-Seckbach einen Besuch ab, der mir in bleibender Erinnerung bleiben wird. ;-)

In diesem Apfelweinlokal hätte schon J.W. von Goethe speisen können, denn so lang reicht seine Geschichte zurück. Im Entstehungsjahr 1806 hatte er gerade den ersten Teil von Faust abgeschlossen und ich weiß natürlich nicht, ob er tatsächlich mal dagewesen ist, aber irgendwie hat es sicher den Charme dieser Zeit, auch wenn vor ein paar Jahren sorgfältig und sehr authentisch renoviert wurde.

Man merkt es kaum an den abgetretenen Stufen und den typischen Dekorationen für so eine Art von Lokal. Seit über 200 Jahren wird der Apfelwein hier selbst gekeltert und ich denke, nur ein kleines Hinweisschild nahe des Eingangs dürfte neuerer Natur sein. Es wird darauf gebeten sich nicht mit Parkplatzsuche aufzuhalten und besser gleich mit dem Linienbus herzukommen.

Ich kann nur bestätigen, dass sich der Apfelwein-Geschmack in den letzten Jahren geändert hat, denn ich erinnere mich auch an Ebbelwoi, der wirklich regelrecht sauer und sehr hart im Geschmack war. Das ist heute anders und ich würde ihn hier eher als trocken, spritzig und frisch bezeichnen – jedenfalls den selbstgekelterten im Rad. Nach einem Probierglas haben wir einen Bembel (einen großen Krug) bestellt, weil er so lecker war.

Der junge Mann, der uns bedient hat, war äußerst flink und zuvorkommend. Freundlich und sicher auch nicht erst seit gestern im Gewerbe. Es ging ruckzuck bis Getränke und Karte kamen. Unsere Wahl auf der Speisekarte dauerte entschieden länger, denn obwohl alles bodenstämmige Gerichte aus der Frankfurter Küche, war die Auswahl doch ziemlich erstaunlich.

Wir bestellten als Vorspeise einmal Schneegestöber und einmal Handkäs mit Musik. Als Hauptspeise entschieden wir uns für… Schäufelchen mit Sauerkraut, Schlachtplatte mit Sauerkraut und Kartoffelpüree, Ebbelchesbraten (Schweinebraten in Apfelweinsauce) mit Semmelknödeln du Salat, Kalbsfrikadellen mit Pfifferlingsauce und Bratkartoffeln und last but not least Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln.

Tja, was soll ich sagen…diese Speisen waren ein absoluter Hochgenuss an bodenstämmiger Küche. Alle! Die Portionen sehr großzügig bemessen und das Kartoffelpüree war in der Tat handgemacht. Das Sauerkrautrezept hätte ich gerne gehabt, denn auch das hat ganz vorzüglich geschmeckt.

Das alles in dieser angenehmen, rustikalen und vielleicht sogar ein wenig romantischen Umgebung hat uns den festen Entschluss fassen lassen, dass wir unbedingt wieder im Rad einkehren werden, wenn wir auch nur irgendwie in der Nähe sind.

Die vorher schon beschriebene romantische Atmosphäre des Lokals hat auch leicht diffuses Licht beinhaltet, dass wohl an Kerzenschein erinnern sollte. Jedenfalls habe ich neben ein paar rein privaten Fotos mit dem Handy nur diese beiden Bilder von den vollbeladenen Tellern gemacht. Obwohl ein wenig unscharf und dunkel, sind sie natürlich trotzdem eine schöne Erinnerung für mich.

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