Chop Suey auf meine Art

Momentan beschäftige ich mich intensiv mit vegetarischer Ernährung. Die Fastenzeit vor Ostern ist gar nicht mal unbedingt der Grund, aber ein geeigneter Anlass für mich sich ein paar Gedanken darüber zu machen und umzusetzen.

Wie in meiner Kindheit üblich, wurde am Freitag Fisch und am Sonntag Fleisch gegessen. Ich halte das derzeit viel lockerer in der Auswahl der Wochentage und im Prinzip ist Fisch für mich auch nicht wirklich ein vegetarisches Fastengericht.

Eines der letzten Gerichte, das ich gekocht habe und welches nicht unbedingt ohne Fleisch auskommt, war dieses Chop Suey. Ein absolutes Lieblingsgericht in meiner Familie und abwandelbar, wie immer man es gerne möchte.

Chop Suey

Ich habe es hier mit Putenfleisch gekocht, aber man kann z.B. auch Huhn oder Schwein dafür nehmen. Rinderfilet käme auch in Frage, aber das ist natürlich auch eine Kostenfrage. ;-) Auch beim Gemüse kann man nach Herzenslust variieren z.B. mit Zwiebeln und/oder Pilzen ergänzen oder Mungo-Bohnenkeime durch Bambussprossen ersetzen. Wenn ich chinesische Trockenpilze für das Gericht nehme, kommt die Einweichflüssigkeit übrigens später mit in die Sauce. Das gibt noch einmal viel Geschmack.

Der gewisse Trick liegt hier darin die Stärke gleich mit in die Marinade einzurühren, da sie das Fleisch gleichzeitig auch sehr zart macht und später die Sauce ein bisschen anbindet. Wichtig ist auch, dass man sich mit den Garzeiten des Gemüses ein klein wenig auskennt und es dementsprechend schneidet und in der notwendigen Reihenfolge mit in die Pfanne (Wok) gibt, so dass es später noch bissfest aber gar ist.

Man braucht nicht unbedingt einen Wok, sondern eine gute beschichtete oder gusseiserne Pfanne tut es auch. Diese kleinen Kniffe habe ich bei von einem Geschäftsfreund meines Mannes aufgeschnappt. Er wurde in 北京, Pinyin Běijīng = Peking geboren und lebt größtenteils auch immer noch dort mit seiner Familie. :-)

Chop Suey

Chop Suey auf meine Art

Zutatenliste:

7 EL chinesische Sojasauce
3 EL Wasser
15 g Stärkemehl, ca. 1 EL
20 g Ingwer, geputzt gewogen und in Scheiben geschnitten
3 Knoblauchzehen, gehackt
1 TL Honig
1 TL Sambal Oelek (oder mehr – je nachdem, wie scharf man es gerne mag)
½ TL Salz

Diese Zutaten zu einer Marinade verrühren.

500 g Putenfleisch
1-2 EL Erdnuss- oder Sesamöl zum Anbraten
Ein paar Spritzer Zitronensaft zum Abschmecken

Das Fleisch in feine Stücke schnetzeln und in die Marinade einlegen. Die Schüssel möglichst verschließen und zur Seite stellen.

3 Möhren
2 Stangen Lauch
2 rote Paprikaschoten
1 Glas Mungo-Bohnenkeime

Das geputzte Gemüse in feine Streifen und Rauten schneiden. Die Bohnenkeime abtropfen lassen.

Zutaten für Chop Suey

Anmerkung: Wenn man möchte, kann man natürlich auch frische Bohnenkeime nehmen. Ich bekomme sie hier leider sehr schlecht. Nur muss man sie dann auch mitköcheln lassen und kurz vor Ende mit in den Wok bzw. die Pfanne geben.

So wird das Chop Suey fertig gestellt:

Die Pfanne oder den Wok heiß werden lassen. Das Öl hineingeben und umschwenken. Nun zuerst das abgetropfte Fleisch (ich mache das mit einer Schaumkelle) kurz und scharf anbraten. Dabei das Fleisch immer rühren und wenden.

Nun kommt das, wie beschrieben, vorbereitete Gemüse bis auf die Bohnenkeime mit in den Wok. Dezent pfeffern und salzen. Dabei immer wieder rühren und alles ebenfalls anbraten. Die übrig behaltene Marinade dazu gießen, rühren und fertig garen bis das Gemüse gar ist, aber noch Biss hat. Das dauert ca. 5 bis 10 Minuten. Ganz zum Schluss die abgetropften Bohnenkeime unterheben und das Chop Suey pikant abschmecken.

Dazu gibt es bei uns in der Zwischenzeit gekochtem Reis oder Mienudeln oder kleine Eierpfannkuchen.

Noch ein kleiner erprobter Tipp meinerseits, da wir in Chinarestaurants die Vorsuppe meistens sehr gerne mögen: zuerst nehme ich 1-2 Eier und verkleckere sie mit ein wenig Sojasauce, einer Prise Salz und Pfeffer. In eine leicht kochende Gemüse- oder Hühnerbrühe (für 4 Personen nehme ich ca. einen halben bis dreiviertel Liter) gebe ich 1-2 große Löffel von dem fertigen Chop Suey und rühre das Eigemisch mit einer rührenden Bewegung ganz langsam ein. Das Ei stockt dann in der heissen Suppe praktisch sofort und bildet diese hübschen Wölkchen.

Chinesische Eierflöckchensuppe

Nun muss noch abgeschmeckt werden und fertig ist ein schnell improvisiertes Eierflöckchensüppchen auf asiatische Art. :-)

Monika

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2 Gedanken zu „Chop Suey auf meine Art

  1. Freitags Fisch!

    Das kenne ich auch noch. Einerseits isst man am Freitag Fisch, andererseits kam auch am Freitag der Fischhändler. Heute findet man die Viecher ja tiefgefroren ( oder auch frisch) in jedem Supermarkt. Nur vor 60 Jahren war es in Dortmund so, dass der Fischhändler mit einem kleinen LKW von der Nordsee kam, die Seitenfläche runterklappte und direkt vom Wagen verkaufte. Viel gab es ja nicht: grüne Heringe, Rotbarsch, Kabeljau. Manchmal hatte er Krabben dabei oder Bratheringen (die damals aber die meisten Menschen noch selber einlegten) oder Rollmöpse. Die Zeiten haben sich geändert und heute gibt es Fisch an allen möglichen Wochentagen. So heute Abend bei mir Forelle!

    Liebe Grüße
    Toettchen

    • Hallo Toettchen – ja, so war das! Ich lebe jetzt seit ca. 30 Jahren im Münsterland. In „meinem“ Dortmunder Vorort gab und gibt es einen Wochenmarkt, auf dem der Fisch gekauft wurde. Am Ende des Monats dann gerne auch schon mal Seelachs. ;-)

      Du wirst es vllt. kaum glauben, aber ich würde sehr viel darum geben, wenn ich heute ganz genau (!) wüsste wie meine Mutter damals grüne Heringe zu köstlichen Bratheringen oder Heringsstipp veredelt hat. Als Kind mochte ich das wegen der Gräten nicht, z.B. auch keine Forelle….und habe somit auch nicht in der Küche aufgepasst. Für mich gab es dann Pellkartoffeln mit Butter und Schnittlauch oder Quark, während die restliche Familie den leckeren Fisch gefuttert hat bis zum Abwinken.

      Guat goahn – alles Liebe, Monika

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