Kabeljau im Speckmantel mit Kartoffel-Orangen-Püree

Dieses Fischgericht stammt im Original von Alexander Herrmann. Ich habe in einem Antiquariat beide Bände von „Koch doch“ sehr günstig erstanden. Schon beim ersten durchblättern der Kochbücher ist mir diese Zubereitung gleich ins Auge gestochen, denn ich habe ehrlichgesagt noch nie selbst ausprobiert wie mit Speck umwickelter Kabeljau eigentlich schmeckt.

Die Zeit im Winter ist sehr günstig, wohlschmeckenden Kabeljau zu bekommen und so habe ich mir ein Herz gefasst, das mal direkt auszuprobieren. Leider bekomme ich hier spontan keinen Pancetta und so habe ich mich mutig entschlossen normalen, mild geräucherten Frühstücksspeck zum Einwickeln zu benutzen. Frischen Rosmarin habe im Garten und für Orangen ist ja jetzt gerade Hochsaison.

Als sehr spannend empfand ich auch das das Kartoffelpüree auf seine beschriebene Art zu machen, denn er benutzt dafür tatsächlich einen elektrischen Pürierstab. Noch als die Kartoffeln fertig gekocht waren, habe ich krampfhaft überlegt, ob ich es tatsächlich so mache und eine Art Kartoffelkleister riskiere oder ob ich die Kartoffeln doch besser auf herkömmliche Art stampfe. Ich habe dem Sternekoch vertraut und vermute es liegt an der Säure und einer entsprechenden Menge Flüssigkeit, dass tatsächlich ein samtiges KaPü, fast eine Emulsion entstanden ist, die wir auch als feine Sauce zum Fisch sehr passend fanden.

Zum filetieren der Orange muss ich noch etwas anmerken. Seit ich gehört habe, dass gerade in den Innenhäuten sehr gesunde Sachen und viele Ballaststoffe stecken, schneide ich, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, nur noch die Schale und das den weißen Pelz rundherum großzügig weg.

Insgesamt ist das Fischgericht mit dem Püree so köstlich geworden, dass wir uns gerne hätten hineinlegen wollen und es dringend nach sehr baldiger Wiederholung schreit.

Kabeljau im Speckmantel mit Kartoffel-Orangen-Püree


Kabeljau im Speckmantel mit Kartoffel-Orangen-Püree

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Westfälische Kartoffel-Hefe Pfannkuchen = Pfannenpickert

In der Pfanne gebratener Pickert stammt ursprünglich aus unserem ostwestfälischen Landesteil, rund um Lippstadt bis Paderborn. Sie sind eine landestypische Spezialität aus Kartoffeln, die ich bei Verwandten kennengelernt habe. Ich liebe sie gerade als normale Pfannenpickert ganz besonders. Sind sie doch eine Mischung aus kartoffeligen Reibeplätzchen, wie sie meine Mutter in Perfektion gemacht hat und unseren münsterländischen Struwen aus Hefeteig.

Früher hat man in Westfalen gerne auch Speckscheiben unten mit in die Pfanne gelegt, damit die Pickert im austretenden Fett braten konnten. Oder das Weizenmehl mit Buchweizen gemischt, was übrigens wirklich sehr lecker ist. Damals war es ein Arme Leute Essen der schwer arbeitenden Landbevölkerung und heute ist es eine Spezialität in einigen gutbürgerlichen Gasthäusern der Region.

Westfälische Pfannenpickert

Westfälische Pfannenpickert mit einer Auswahl an klassischen Beilagen
Rübenkraut, Apfelmus und Leberwurst

Man kann den Pickertteig auch zu einer Art Kartoffelbrot in einer Form backen und dann später in Scheiben geschnitten erst in Butterschmalz ausbacken. Dann wird es Kastenpickert genannt und schmeckt eigentlich auch genauso lecker. :-)

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Ein Linsengericht in einem leicht exotischen Gewand

Mit einem leckeren Linsengericht kann ich bei uns überhaupt nichts verkehrt machen. Linsen mag jeder, während es früher bei Eintöpfen mit getrockneten Erbsen oder Bohnen schon mal kleinere Probleme gab.

Linsen gehören auch zu meinen Lieblingshülsenfrüchten und so probiere ich gerne mal neue Dinge damit aus. Diese Linsen mit Avocado habe ich im Frühjahr schon einmal gekocht und war von der speziellen Art sehr angetan. Ganz besonders ein intensives Gewürz kommt hier zum Tragen, was ich sonst hauptsächlich aus der orientalischen, nordafrikanischen und indischen Küche kenne und zum Brotbacken benutze: Bockshornklee. Ich habe den hier verwendeten übrigens in einem guten türkischen Supermarkt gekauft.

Bockshornklee ist mit dem Schabziger Klee sehr eng verwandt und in Currymischungen enthalten. Er gibt den Linsen ein ganz unvergleichliches Aroma.

Dazu noch eine raffiniert gewürzte Avocado und Reisnudeln, machen diese Schlemmerei perfekt. Wie oft bei Eintöpfen schmeckt auch dieser aufgewärmt am zweiten Tag fast noch ein wenig besser.

Linsengemüse mit Avocado

Linsengemüse mit Avocado

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Ein bunter Salat, der schmeckt wie der Sommer

In der letzten Woche haben uns ein paar herrliche Altweibersommertage das Leben versüßt. Herrlich! Wir haben noch einmal gegrillt und da durfte dieser Salat nicht fehlen. Ein Salat mit Quinoa, der uns fast den ganzen Sommer begleitet hat, weil er so köstlich schmeckt.

Quinoa - Bohnen Salat

Hier auf diesem Bild gemeinsam mit marinierter und gegrillter Hähnchenbrust sowie einem cremigen Dip.

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Rustikale Kartoffelsuppe mit Erbsen

Das Wetter ist nun schon leicht herbstlich geworden. Ich mag es so, wie es ist und es hat eigentlich auch gar nichts damit zu tun, dass ich diese Suppe gerade jetzt wieder des Öfteren gekocht habe, wo die Tage ein bisschen kühler geworden sind.

Diese Kartoffelsuppe schmeckt nämlich nicht nur heiß, sondern auch lauwarm und sogar kalt auch sehr gut. Man kann sie also getrost auch eine Vierjahreszeit-Kartoffelsuppe nennen. Sie lässt sich gut mit ins Büro nehmen, zur Uni oder zu einem gemütlichen Picknick und jetzt wo die neuen Kartoffeln anfangen richtig gut zu werden, ist sie neben Reibeplätzchen nach Art meiner Mutter eines meiner derzeitigen Lieblings-Kartoffelgerichte.

Kartoffelsuppe mit Erbsen

Schön finde ich, dass man die Suppe wirklich auch ganz ohne Würstchen oder Fleischiges essen kann. Sie hat einen tollen, sahnigen Schmelz und durch die Erbsen auch reichlich viel wertvolles pflanzliches Eiweiß. Natürlich kann man Würstchen hineinschneiden, aber zu einem nicht fotografierten Anlass habe ich z.B. auch schon mal ein paar Krabben oder Kasselerwürfelchen darauf gegeben oder jetzt auch schon mal Schafskäse. Das ist alles sehr gut angekommen. Man kann natürlich auch verschiedene Topping vorbereiten und separat dazu servieren, so dass sich jeder seinen entsprechenden Wunsch und genau nach seinem Geschmack erfüllen kann. Ich finde auch, dass es der rustikalen Suppe sehr gut steht, dass sie nicht allzu dünn ist, sondern eine mittelsämige Konsistenz bekommt, die das leckere Auslöffeln zu einem reinen Vergnügen macht.

Eher durch einen Zufall habe ich die Idee aus der NDR Sendung Mein schönes Land, aufgeschnappt. Zufall, weil ich die Sendung zwar sehr gerne sehe, aber da ich zu der Uhrzeit gar nicht oft vor dem Fernseher sitze, es eben auch schon mal gerne verpasse. Das Rezept habe ich nach eigenem Gusto geändert und da ich selten frische Erbsen zur Verfügung habe, nehme ich immer TK-Erbsen für diese Suppe. Ich zerstampfe das Gemüse und die Kartoffeln bevor die Erbsen hineinkommen auch nur ganz grob, aber das kann man natürlich so halten wie man es am liebsten mag.

Kartoffelsuppe mit Erbsen

Kartoffelsuppe mit Erbsen

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Tortellini alla Mamma und ein Salat

Wahrscheinlich ist es allerorten üblich, dass sich Urlaubsheimkehrer ein Wunschessen aussuchen dürfen. Bei uns variiert das je nachdem und wenn man dann die jetzt wieder heimgekehrte Urlauberin abends vom ca. 100 km entfernten Flughafen abholt, kann es sich schon einmal schwierig gestalten, da man dann ja auch nicht mehr lange in der Küche stehen möchte und vorrangig von den vielfältigen Urlaubserlebnissen erfahren möchte.

Trotzdem ist mir jetzt etwas eingefallen, was sich super gut vorbereiten ließ und den Geschmack aller getroffen hat. Ich musste dafür auf Tortellini aus dem Kühlregal zurückgreifen, aber das war für uns kein Problem. Ich habe mich für die Version mit Ricotta und Spinat entschieden und die Sauce fix und fertig gemacht, sodass ich sie später nur noch mal ganz kurz aufkochen musste, um die fertigen Tortellini darin zu erhitzen.

Bei der Tomatensauce habe ich ein paar Dinge aus der Pasta Sauce Cinque P übernommen. Die Sauce ist ein Favorit bei uns, wenn es ganz schnell gehen muss. Ein paar wenige Zutaten habe ich noch hinzugefügt und die Petersilie durch Basilikum ersetzt. Auch die eigentliche Tomatensauce habe ich um frische Fleischtomaten ergänzt.

Da die guterholte Heimkehrerin ein Käsefreak ist, habe ich ihren Teller zusätzlich noch mit ein wenig geriebenem Käse gratiniert. Das muss aber eigentlich nicht sein, denn die Sauce ist gehaltvoll genug. ;-)

Für unseren Anlass habe ich das Rezept in doppelter Menge gekocht und das Töchterlein hat den Rest für den nächsten Tag mitgenommen. Sie hat mir versichert, dass es auch aufgewärmt noch sehr gut gemundet hat. :-)

Tortellini alla Mamma

Tortellini alla Mamma

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Algerisches Gemüse-Couscous mit Hähnchenbrust-Streifen

Wie schon so oft bei Großveranstaltungen im Fußball habe ich auch diesmal zur WM in Brasilien wieder zu Ehren einzelner Gegner und des Gastgebers gekocht.

Durch die Zeitverschiebung war das manchmal nicht ganz einfach, denn nach den 18 Uhr Spielen musste ich mich beeilen, weil ich auch hungrig geworden und trotzdem nichts vom Spiel verpassen wollte. Um 22 Uhr ging es ja schon meistens weiter und dann sollte auch alles gegessen sein, damit man sich satt und zufrieden am nächsten Fußballspiel erfreuen konnte.

Beim Achtelfinale gegen Algerien habe ich alles so gut vorbereitet, wie es irgendwie ging. Das mache ich eigentlich immer wenn Gäste kommen oder pünktlich zu einer bestimmten Uhrzeit gegessen werden sollte. Bei dem von mir ausgewählten Gericht ging das ganz ausgezeichnet. Ich habe mich eingelesen, welche Gewürze und Gemüsesorten in Algerien gerne zum Kochen genommen werden. Eine große Hilfe dabei war das wohl dickste Kochbuch, welches ich besitze: 1000 recipes to try before you die. So sehr unterscheidet sich die algerische Küche nicht von derer anderer nordafrikanischer Staaten und das machte es mir verhältnismäßig leicht, denn die Gewürze und Grundzutaten habe ich ständig im Hause.

Herausgekommen ist ein Gemüse-Couscous zu dem jeder, der es gerne mochte, gebratene Hähnchenbrust-Stücke essen konnte. Da das so lecker gewesen ist, werde ich es garantiert wieder kochen und kommt in mein Repertoire. Sicherlich werde ich dann auch nochmal an das so bravurös und leidenschaftlich kämpfende Team aus Algerien denken, dem ich durchaus einen Sieg gegönnt hätte…wenn es nicht gerade um die Weltmeisterschaft geht. :-)

Algerisches Gemüse-Couscous mit Hähnchenbrust-Streifen

Algerisches Gemüse-Couscous mit Hähnchenbrust-Streifen

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Süßkartoffel-Lauch Suppe

Diese Suppe ist bestimmt nicht besonders spektakulär anzuschauen, aber sie ist geschmacklich sehr ausgewogen und vereint einige exotische Lieblingsaromen von mir. Das Rezept habe ich mir selbst einfallen lassen, weil ich seinerzeit unbedingt eine Süßkartoffel und restliches Gemüse verwerten musste. Alles andere entstand praktisch beim Kochen.

Die verwendeten Gewürze habe ich einer Currymischung nachempfunden, denn die Suppe sollte später pikant-würzig und scharf schmecken. Die Schärfe kann man später beim Abschmecken je nach Geschmack und eigener Vorliebe regulieren.

Meine Kokosmilch kam aus dem TK-Schrank, aber ich habe schon öfter probiert, diesen feinen Geschmack nachzuempfinden indem ich getrocknete Kokosraspel mit Milch aufkoche und sie ausquellen lasse. Bei dieser rustikalen Suppe entsteht ein ähnlicher Effekt mit dem unvergleichlichen Geschmack dann praktisch automatisch beim Kochen.

Manchmal gebe ich auch ein paar gekochte Kichererbsen, die ich immer im TK-Schrank habe, mit in die Suppe. Wenn ich sie dann ein wenig einkochen lasse und somit fester halte, wird sie mit den Kichererbsen und separat gekochtem Reis zu einem sättigenden vegetarischen Hauptgericht.

Süßkartoffel-Lauch Suppe

Süßkartoffel-Lauch Suppe

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Nachlese und Vorschau

Ostern 2014 ist Geschichte und liegt hinter uns. Kulinarisch ist es bei uns wegen vielfältiger Aktivitäten traditionell und einfach zugegangen. Vieles konnte ich vorbereiten und ließ die hungrige Familie und Freunde nicht lange warten. Einige der Rezepte sind alljahrestauglich und einige andere typische Frühlingsgerichte mit frischem Gemüse. Nach meinem Urlaub werde ich ein paar davon aufschreiben, da ich sie ganz bestimmt wieder kochen werde.

Unter anderem einen grandiosen Ploughman‘s Salad als typisches Pub Essen, dessen Gemüse-Reste auch noch zu einem köstlichen Greeny wurden. Linsengemüse mit Avocado, allerlei Fischzubereitungen und verschiedene Beef Stews, die allesamt köstlich gewesen sind und uns an den Sonntagen in der Fastenzeit auch haben spüren lassen, wie wertvoll ein gutes Stück Fleisch ist, wenn man nicht Vegetarier ist….etc. pp. :-)

Einer sehr schönen, typisch münsterländischen Tradition zufolge gab es bei uns am Karfreitag wieder Struwen, die in meiner Familie Püffelkes genannt werden. Angeregt durch einen Spaziergang, bei dem wir auf den Pfaden unserer Verwandten an diesem Feiertag gewandelt sind, habe ich mir überlegt, wie die Oma sie damals eigentlich gebacken hat. Natürlich gab es schon Elektrizität, aber Handrührgeräte oder gar Küchenmaschinen waren damals noch komplett unbekannt.

Struwen

Manchmal bin ich schon ein klein wenig verrückt, denn ich habe dieses Mal den Teig für die köstlichen, dicken Hefeteig in einer normalen großen Schüssel angesetzt und mit einem Holzkochlöffel von Hand geschlagen.

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Tomaten – Quinoa – Suppe mit Feta

Auf den Geschmack gekommen, habe ich nach dem Porridge auch direkt auch etwas Pikantes mit Quinoa ausprobiert. Eine Suppe, die sehr sättigend ist. Hier habe ich das Quinoa dann auch gewogen und gleich in der Suppe garen lassen. Die Suppe ist angenehm scharf und eigentlich so, wie ich auch sonst Tomatensuppe koche. Bei den Kräutern habe ich mich für frischen Thymian entschieden. Sie schmeckt aber sicher auch mit Basilikum oder Oregano sehr gut.

Tomaten-Quinoa Suppe mit Feta

Als kleine Auflage, sprich Topping habe ich einmal einen Klacks Schmand darauf gegeben und einmal ein paar zerbröckelte Würfel Schafskäse, die in der heissen Suppe geschmolzen sind. Als kleine Garnitur fand ich eine Olive ganz nett. Also kam die auch noch mit darauf.

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